Lebenswissenschaftliche Forschung braucht Infrastruktur.

ZB MED forscht dazu anwendungsorientiert.

Morphosaurus

Projekt-Titel: "Optimierung der MEDPILOT-Recherche: Mehrsprachigkeit und Normalisierung sprachlicher Varianten"

Projektbeschreibung und Ziel

Ziel des Projekts war die Verbesserung der Suchfunktionen und der Treffer des virtuellen Fachportals MEDPILOT. Die Erfahrungen aus diesem Projekt sind in die Entwicklung des neuen Portals LIVIVO eingeflossen, das MEDPILOT mittlerweile abgelöst hat.

Unter Rückgriff auf Technologien der Computerlinguistik (Morphosaurus-Technologie) sollte die Qualität der Treffer wesentlich verbessert werden.

Methode

Durch spezielle Such- und Klassifikationslösungen sind sehr schnelle und benutzerfreundliche Suchanfragen in medizinischen Texten bzw. Datenbanken möglich. Die Texte werden einer intelligenten semantischen Analyse unterzogen, wobei die relevanten Inhalte vereinheitlicht und somit leichter auffindbar werden. Für die Nutzerinnen und Nutzer bedeutet dies einen höheren Suchkomfort mit höheren Trefferraten. Durch optimierte Suchanfragen gestaltet sich der Rechercheprozess insgesamt effizienter.

Beispiele: Beim vorherigen Stand der Suchtechnik erhielten Nutzerinnen und Nutzer, bei der Eingabe der Singular- oder Pluralform eines Suchwortes, unterschiedliche Treffer­zahlen. Inhaltlich sinnvoll ist es jedoch, eine gleich bleibende Zahl von Treffern zu präsentieren (unabhängig von den syntaktischen Varianten). Studierende der Medizin, die am Anfang ihres Studiums sind, benutzen bei der Literatursuche andere Begriffe als erfahrene Medizinerinnen und Mediziner mit bereits abgeschlossenem Studium. Nach Implementierung der neuen Suchtechnologie ist es jedoch möglich, dass beide Gruppen qualitativ gleichwertige Treffer (und Trefferzahlen) angezeigt bekommen, obwohl sie unterschiedliche Suchworte benutzt haben. Dies wird u.a. dadurch erreicht, dass das System aufgrund eines integrierten Normvokabulars (Thesaurus) "erkennen" kann, dass es sich bei den Suchtermen von Expertinnen und Experten (Praktizierende mit abgeschlossenem Medizinstudium) und Novizen (Studierende) semantisch um die "gleiche" Anfrage handelt.

Aufgaben von ZB MED

Die Aufgabe auf Seiten von ZB MED bestand in der Evaluation der zu implementierenden Verbesserungen sowie in der Umsetzung von Qualitätssicherungsmaßnahmen. Durch systematische Rückmeldungen an das Entwicklerteam in Form von Fehler- und Relevanzanalysen wurde eine kontinuierliche Verbesserung der Trefferqualität erreicht. Mit Hilfe von Retrieval-Tests und empirischen Studien und unter Einbeziehung von fachkundigen Probanden (Medizinerinnen, Mediziner und Studierende) sollte überprüft werden, ob sich die Trefferqualität auch aus Sicht der Anwenderinnen und Anwender verbessert. Darüber hinaus wurden Usability-Tests zur Erhöhung der Gebrauchstauglichkeit der Suche und der Trefferanzeige durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurde die Datenbank CC MED mit über 400.000 Titeln an das neue System angepasst und überprüft. Später erfolgte eine Ausweitung des Projekts auf die Datenbank MEDLINE, die ca. 17 Mio. Einträge enthält.

Projektpartner

Morphosaurus war ein Gemeinschaftsprojekt von ZB MED und der averbis GmbH, einer Ausgründung der Medizininformatik der Universität Freiburg.

Förderung

Gefördert wurde dieses Projekt im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation.

Laufzeit des Projekts

Juni 2007 bis 31.12.2008

Veröffentlichungen

  • Optimizing and evaluating the MEDPILOT search engine. Boosting medical information retrieval by using a morpheme thesaurus. - By Waldemar Dzeyk and Kornél Markó
    In: Journal of EAHIL, Vol. 4, Nr. 1, 2008, S. 14-19


  • Effektiv und nutzerfreundlich: Einsatz von semantischen Technologien und Usability-Methoden zur Verbesserung der medizinischen Literatursuche. Verfasser: Waldemar Dzeyk
    Köln, ZB MED, Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, 2010; 163 S. : Ill., graph. Darst.

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