Die Geschichte der ZB MED
Die ZB MED hat ihre Wurzeln an zwei Standorten und in zwei fest im Rheinland verankerten Vorgängereinrichtungen - in einer 1847 in Bonn und einer 1908 in Köln eingerichteten Bibliothek.
Im Jahr 1908 wurde in Köln die "Bibliothek der Akademie für praktische Medizin" gegründet. Als Krankenhaus-Bibliothek eingerichtet, koordinierte sie für ihre Ärzte die zahlreichen Bücher- und Zeitschriftensammlungen der bestehenden Klinik- und Institutsbibliotheken. Zunächst hatte sie einen Bestand von 75 Zeitschriften und 5.000 Büchern. Durch gezielten Erwerb sowie verschiedene Schenkungen, Übernahmen und Nachlässe wuchs er auf über 30.000 Medien an. Als 1920 die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln gegründet wurde, gliederte man die Krankenhaus-Bibliothek ihr als "Abteilung 3" an. Während des Krieges blieb der Abteilungsbestand weitestgehend unversehrt, weshalb u.a. die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sie 1948 mit dem Sondersammelgebiet Medizin und damit der überregionalen Zuständigkeit für die gesamte Bundesrepublik Deutschland betraute.
Bestand kontinuierlich ausgebaut
Unterstützt von der DFG, sammelte die Abteilungsbibliothek verstärkt ausländische, insbesondere anglo-amerikanische Literatur. Der Bestand wuchs stetig in den folgenden 15 Jahren auf über 1.100 Zeitschriften und 250.000 Bände.
1964 empfahl dann auch der Wissenschaftsrat, die „Medizinische Abteilung der Universitäts- und Stadtbibliothek“ zur „Zentralbibliothek der Medizin (ZBM)“ auszubauen. Diese wurde fünf Jahre später, 1969, gegründet. Ihre Aufgabe sollte sein, als „zentrale medizinische Fachbibliothek“ die relevante Literatur „so umfassend wie möglich“ zu sammeln. Das Sammelprofil ihrer Fachbereiche erstreckt sich seitdem von der Anatomie bis zur Zytologie, von der Anthropologie bis zur Zahnheilkunde. Gesammelt werden insbesondere deutsche und englische Bücher; Zeitschriften werden weltweit in allen Sprachen und aus allen Ländern erworben. Am 3. Juli 1973 erhielt die ZB MED ihre erste Satzung. Dies gilt als Gründungsdatum der heutigen ZB MED.
1969 wurde ebenfalls das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln gegründet, mit dem die ZB MED auch hinsichtlich ihres Sammelprofils eng zusammenarbeitet.
1994 wurde der Name der Bibliothek in „Deutsche Zentralbibliothek für Medizin“ geändert, die 1999 auf dem Gelände der Unikliniken Köln ein eigenes Gebäude bezog.
Die Entwicklung eines einmaligen Fächerspektrums
Seit 2001 hat die ZB MED einen zweiten Standort in Bonn. Dort befindet sich seit 1847 die kleinere, dafür aber ältere der beiden Vorgänger-Einrichtungen: Die „Höhere Landwirthschaftliche Lehranstalt Bonn-Poppelsdorf“. Sie wurde 1861 in „Königlich Landwirthschaftliche Akademie“ umbenannt und 1919 zur „Landwirtschaftlichen Hochschule“ mit Promotionsrecht aufgewertet.
Der Name ist zunächst Programm. Während in Köln ausschließlich medizinische Literatur im Bestand war, wurde in Bonn umfangreich landbauwissenschaftlich relevante Literatur erworben. Der Bestand wuchs ebenso durch die Übernahme von Schenkungen und Nachlässen von 273 Büchern und 12 Zeitschriften in den 1850er Jahren auf über 35.000 Bände im Jahre 1934.
Im selben Jahr wurde die Landwirtschaftliche Hochschule als siebte Fakultät der Universität Bonn eingegliedert. Ihre „Hauptbibliothek“ wurde damit zur „Abteilung Landwirtschaft“ der Universitätsbibliothek, hatte aber im Unterschied keinerlei Kriegsverluste zu verzeichnen. Das trug – ähnlich wie in Köln – dazu bei, dass ihr als der größten landwirtschaftlichen Fachbibliothek Westdeutschlands im Jahre 1950 von der DFG das Sondersammelgebiet Landwirtschaft und damit die überregionale Zuständigkeit für die Bundesrepublik zugewiesen wurde. Mit der finanziellen Unterstützung der DFG vergrößerte sich der Bestand kontinuierlich. 1962 wurde aus der Abteilungsbibliothek die „Zentralbibliothek der Landbauwissenschaft (ZBL)“.
1971 wurde sie deutsches Zentrum für das Agricultural Libraries Network (AGLINET) und konnte mit Planungen für ein dringend benötigtes eigenes Gebäude beginnen. 1983 konnte es bezogen werden. 1987 wurde das Gebäude allerdings Opfer eines Brandanschlages und musste aufwendig renoviert werden. Von den damals über 300.000 Bänden des Bestandes ging keiner verloren.
1995 änderte sich der Name der Bibliothek in „Deutsche Zentralbibliothek für Landbauwissenschaften“. Der Wissenschaftsrat empfahl 1999 jedoch eine Abwicklung als selbständige Einrichtung.
Seit 2001 wurden daher die Sammelgebiete Ernährung und Umwelt der „Deutschen Zentralbibliothek für Medizin“ (ZB MED) zugeschlagen. 2003 wurde das Gebiet Landwirtschaft ebenfalls eingegliedert. Die ZB MED fungiert seither an den beiden Standorten: In Köln als ZB MED Medizin. Gesundheit. und in Bonn als ZB MED Ernährung. Umwelt. Agrar.
Fünf Disziplinen in einer Bibliothek
Mit diesem Fächerspektrum aus dem Bereich der Lebenswissenschaften und einem Bestand von jetzt über 1,5 Millionen Bänden ist die ZB MED mit ihrer Fächerkombination weltweit die größte Bibliothek. Neben dem Erwerb der „klassischen“ Medien Buch und Zeitschrift wird der Bestand kontinuierlich durch das breite Spektrum der neuen elektronischen Publikationsformen erweitert. Daneben beobachtet die ZB MED ständig aktuelle Entwicklungen in ihren Fachgebieten sowie die Erwartungen ihrer Kunden (Forscher, Studierende, Praktiker, Industrie, Wissenschaftler) und passt ihren Sammelauftrag und ihr Informationsangebot diesen entsprechend an.






