Geschichte der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin und ihrer Sammlung
- 1908: Gründung »Bibliothek der Akademie für praktische Medizin« in Köln
Als Krankenhausbibliothek koordinierte sie für ihre Ärzte die zahlreichen Bücher- und Zeitschriftensammlungen der bestehenden Klinik- und Institutsbibliotheken.
Bestand: 75 Zeitschriften und 5.000 Bücher mit überwiegend klinisch-praktischem Inhalt, wuchs durch verschiedene Schenkungen (Wilhelm Waldeyer, Hugo Seemann, Bernhard Bardenheuer) auf über 30.000 Bücher an.
- 1920: Integration in die neugegründete Universitäts- und Stadtbibliothek Köln als Abt. 3
Verlagerung des Schwergewichts auf Zeitschriften und ausländische Literatur.
Bestand: Am Ende des 2. Weltkrieges 500 Zeitschriften und 145.000 Bände (Bücher und gebundene Zeitschriftenjahrgänge). Der Bestand blieb während des Krieges weitestgehend unversehrt.
Zahlreiche Bestandsübernahmen aus anderen Bibliotheken und Büchersammlungen:
- u.a. 9.000 Bücher der »Bibliothek des Niederrheinischen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege« (1924),
- die medizinischen Bestände aus der Bibliothek des Kölner Sammlers Ferdinand Franz Wallraf sowie der ehemaligen Kölner Gymnasialbibliothek als Dauerleihgabe (1930) und
- die Bibliothek des »Kölner Allgemeinen Ärztlichen Vereins von 1871« (1933).
Die »Medizinische Abteilung der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln« wurde zu einer der größten Medizinbibliotheken Deutschlands.
- 1949: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) betraut die Medizinische Abteilungsbibliothek mit dem Sondersammelgebiet Medizin und damit der überregionalen Zuständigkeit für die Bundesrepublik Deutschland.
Bestand: 1963 über 1.100 Zeitschriften und 250.000 Bände.
Mit Unterstützung der DFG sammelte sie verstärkt ausländische Literatur, besonders aus dem angloamerikanischen Bereich.
- 1964: Wissenschaftsrat empfiehlt die »Medizinische Abteilung der
Universitäts- und Stadtbibliothek« zur »Zentralbibliothek der Medizin« auszubauen auf Grund des immer größer werdenden Bedarfs an medizinischer Literatur in den Hochschulen, der Industrie und den nicht-universitären Forschungseinrichtungen.
- 1969: Gründung der »Zentralbibliothek der Medizin« (ZB MED).
Kooperation mit dem im selben Jahr ebenfalls in Köln gegründeten Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) mit einer erheblichen Erweiterung ihres Sammelprofils. Sammlung aller in der Datenbank
Medline ausgewerteten Zeitschriften.
Aufgabe: Als »zentrale medizinische Fachbibliothek für die Bundesrepublik Deutschland« die medizinische Literatur so »umfassend wie möglich« zu erwerben.
Sammelauftrag: Reicht von der Anatomie bis zur Zytologie, der Anthropologie bis zur Zahnheilkunde. Umfasst alle medizinischen Disziplinen und Grundlagenfächer, Public Health und öffentliches Gesundheitswesen, Krankenpflege, Krankenhauswesen, Pharmakologie und Umweltmedizin. In den folgenden Jahren Erweiterung in den Bereichen Zell- und Molekularbiologie sowie den unkonventionellen medizinischen Richtungen.
Sprachen: Bei den Büchern sind besonders der deutsche und englische Sprachraum vertreten, die Zeitschriften werden weltweit in allen Sprachen und aus allen Ländern erworben, nicht zuletzt aufgrund der Auswertung in den großen medizinischen Datenbanken.
Die ZB MED ist heute die zweitgrößte Medizinbibliothek der Welt.
- 1994: Änderung des Namens in »Deutsche Zentralbibliothek für Medizin«
Erweiterung des Bestandes auf das breite Spektrum der neuen elektronischen Medien: Disketten, CD-ROM sowie elektronische Bücher und Zeitschriften, Volltextdatenbanken und Multimediaprodukte.
Neben der Integration dieser neuen Publikationsformen beobachtet die ZB MED ständig die Entwicklungen in der Medizin und die Erwartungen ihrer Kunden (Ärzte, Forscher, Industrie, Wissenschaftler) und passt ihren Sammelauftrag diesen entsprechend an.
- 2001: Erweiterung der ZB MED durch eine Bereichsbibliothek in Bonn um die Sammelgebiete Ernährung und Umwelt.
- 2003: Erweiterung der ZB MED um den Bereich der Agrarwissenschaften (ebenfalls ansässig in der Bereichsbibliothek Bonn)
Ein Verzeichnis der aktuellen Sammelgebiete finden Sie im
Sammelprofil.